Stiftung Warentest nimmt E-Bikes unter die Lupe - Nur drei Bikes erhalten "gut"

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Die katastrophalen Ergebnisse vom letzten Jahr wiederholen sich nicht: Diesmal erhalten drei von zehn Modellen ein Stiftung Warentest-Urteil "gut". Doch wie auch im letzten Jahr steht das Bewertungsverfahren der Stiftung bei den Herstellern in der Kritik.


Begeisternd sieht anders aus: Nur drei von zehn E-Bikes erhalten von der Stiftung Warentest ein "gut", vier wurden als "befriedigend" bewertet, drei "ausreichend". Das Fazit der Stiftung Warentest: Die Schwachstellen aus dem letzten Jahr seien weitestgehend beseitigt, die jetzt getesteten Modelle seien mit stabileren Lenkern und dickeren Reifen ausgestattet, außerdem seien die Bremsen hydraulisch viel besser abgestimmt. Besonders betont Stiftung Warentest, dass die Akkus mehr Leistung bringen. Die Reichweite liegt nun bei 60 bis 100 Km. Zur Erinnerung: Im letzten Jahr lag die Reichweite bei 25 bis 80 Km, außerdem brachen Lenker, Rahmen und es gab Funktörungen. Neun von 16 Pedelecs wurden mit "mangelhaft" bewertet. 

 

Dennoch ist das Ergebnis nicht erfreulich: Die Prüfer testeten die E-Bikes in vier Kategorien: Fahren (gewichtet mit 40%), Antriebssystem und Motor (20%), Sicherhheit und Haltbarkei (20%) sowie Handhabung (20%). Vier der zehn E-Bikes trugen vom Dauertest Schäden davon, zwei überzeugten nicht in der elektrischen Sicherheit. Drei der E-Bikes zeigten sich im Fahren mit Gepäck als schwer kontrollierbar, und generell sei zu kritisieren, dass bei hohem Tempo Rahmen und Lenker schwer zu kontrollieren sind. 

Folgende zehn E-Bikes wurden getestet:

 

Batavus Milano E-Go

Diamant Beryll Deluxe+

Flyer T5 Deluxe

Kalkhoff Agattu Impulse 8R HS

Kettler Twin Comfort RT

Kreidler Vitality Eco 6

Pegasus Premio E8 F

Raleigh Dover Impulse 8R HS

Sinus BC 70

Stevens E-Cito

 

Kritik an der Stiftung seitens Hersteller

 

Wie auch im letzten Jahr wird das Verfahren von Stiftung seitens der Hersteller harsch kritisiert: Der größte deutsche E-Bike-Hersteller Derby Cycle wirft der Stiftung Warentest fehlende Transparenz vor. Der Hersteller, der laut eigenen Angaben die Bikes von Kalkhoff und Raleigh ausführlich prüfte, äußerte sich: “Dieses Testergebnis stimmt in keiner Weise mit unseren langjährigen Markterfahrungen sowie den Ergebnissen eigener Tests und den von unabhängigen Prüfinstituten überein. Die Raleigh Sattelstütze sowie der Kalkhoff-Rahmen haben unsere internen Tests seit 2008 mehrfach bestanden, wobei unsere Prüfkriterien sogar höher angelegt sind, als es die EN-Norm vorschreibt. Bei 123.000 ausgelieferten baugleichen Raleigh-Modellen und 100.000 Kalkhoff-Rädern sind bisher keine dieser Mängel bekannt, auch sind bisher keine Reklamationen oder Rückläufer bei uns eingegangen. Zudem hat die Stiftung Warentest beide Räder mit identischen Rahmen und Sattelstützen bereits im vergangenen Jahr ohne Beanstandungen getestet.” Derby Cycle suchte den Austausch mit Stiftung Warentest, doch man sei hier auf Ablehnung.

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