London plant eine Fahrradautobahn

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Fahrräder gehören in London mittlerweile zum Massentransportmittel und deshalb plant die Stadt eine Art Autobahn für Fahrräder entlang den Ufern des Flusses Thames zu bauen, um den Fahrradverkehr in und aus der Stadt sicherer und bequemer zu machen.


Man hofft durch Investition in die Infrastruktur mehr Fahrradfahrer dazu zu bewegen, mit dem Fahrrad zur Arbeit zu fahren. Außerdem soll die Fahrradstraße das erhöhte Verkehrsaufkommen in der Innenstadt entlasten. 

Bürgermeister Boris Johnson sagte der BBC letztes Jahr: „Wenn mehr Leute das Fahrrad benutzen, wird die Straße und der Bus- und Zugverkehr entlastet und die Luftverschmutzung verringert, was zur Folge hat, dass sich die Lebensqualität für jeden erhöht, auch wenn man nicht selbst Fahrrad fährt“. Boris ist schon immer ein ausgesprochener Befürworter des Radfahrens als Massenfortbewegungsmittel gewesen und ist deshalb auch der Meinung, dass Autofahrer mit hoher Schadstoffemission für den Dreck den sie verursachen, wenn sie durch London fahren, bezahlen sollen. 

Es gibt sogar schon Ideen für eine Schnellhochstraße für Fahrräder, um den Stau zu vermindern, allerdings scheint das Projekt ein wenig zu realitätsfern. Und nicht jeder ist über den Plan glücklich.

Speziell die Londoner Taxibesitzer haben mit rechtlichen Maßnahmen gedroht, um die vorgeschlagene Fahrradstraße zu verhindern. Sie beschweren sich darüber, dass Radfahrer nur ein Haufen von vorlauten Dummköpfen seien, die viel zu viel Aufmerksamkeit von der Regierung bekommen und eine Gefahr für sich selbst und ihre Umwelt sind. Allerdings ist das viel zu kurz gedacht, besonders weil weniger Verkehrsstau den Taxifahrern die Arbeit erleichtern würde.

Dabei geht es um mehr als nur Umweltverschmutzung, denn das jetzige Verkehrssystem ist mit Londons wachsender Einwohnerzahl komplett überlastet. Londons Verkehrsbeauftragter, Sir Peter Hendy, hat davor gewarnt, dass die Überlastung der öffentlichen Verkehrsmittel zu Krawallen führen könnte. "Wenn wir ein Chaos vermeiden wollen oder dass die Leute mit ihrem Auto zur Arbeit fahren – was sogar noch mehr Stau verursacht – dann ist es unumgänglich in Fahrradstraßen wie dieser zu investieren.“

Es ist allerdings schwer vorstellbar, dass es in den Stadtbussen zu Ausschreitungen kommen könnte, vor allem wenn man weiß, wie diszipliniert sich Engländer in der Warteschlange verhalten, insbesondere im öffentlichen Nahverkehr.

Auch einige Londoner sind mit der vorgeschlagenen Fahrradstrecke nicht zufrieden, denn auf dem Weg braucht man ca. sechs Minuten länger, um durch die Stadt zu kommen. Aber eine Londoner Verkehrsstudie zeigt, dass die durchschnittliche Geschwindigkeit in der Zeit, als man mit Pferdekutschen durch die Innenstadt fuhr, durchschnittlich 3,5 Meilen pro Stunde betrug. Heute mit all den großen, roten Bussen und modernen Verkehrsverbesserungen, beträgt die durchschnittliche Geschwindigkeit des Verkehrs in der Innenstadt immer noch etwa 3,5 Meilen pro Stunde.

Ehrlich gesagt, kann das jede normale Person auf einem gebrauchten Fahrrad toppen!

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