Warum viele Menschen über 60 dem Pedelec immer noch nicht trauen

e-Bike Mobilität und Gesundheit verbessern

Die Vorteile von Pedelecs mit „eingebautem Rückenwind“ sind den meisten e-Bike-Fahrern natürlich bewusst. Schätzungsweise 3 Millionen e-Bikes sind zurzeit auf Deutschlands Straßen unterwegs. Doch was ist mit dem Anteil der Bevölkerung, der kein e-Bike besitzt, geschweige denn jemals mit einem Pedelec in Berührung gekommen ist? Eine aktuelle Forsa Umfrage deckt auf, dass sich viele Menschen unwohl mit dem Gedanken fühlen, sich ein e-Bike anzuschaffen, bzw. es regelmäßig zu nutzen. Vor allem Senioren im Alter von über 60 Jahren zeigen große Berührungsängste mit der Technologie eines e-Bikes auf. Dabei wirkt sich gerade für diese Zielgruppe ein Fahrrad mit elektrisch unterstütztem Antrieb positiv auf die Gesundheit und Mobilität aus.


Ergebnisse der Studie

Laut einer Forsa Umfrage unter der Zielgruppe Senioren über 60 Jahren im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) können sich knapp 50% der Befragten nicht vorstellen, ein e-Bike regelmäßig als Fortbewegungsmittel zu nutzen. Die Mehrheit (74%) zieht es vor, den alltäglichen Weg zu Fuß oder mit dem eigenen Auto zu bewältigen. Immerhin nutzen knapp 42% der Befragten regelmäßig das Fahrrad. Nur jeder Zehnte nutzt als Fortbewegungsmittel das Pedelec. Dabei geben die Befragten Teilnehmer über 60 Jahren verschiedene Gründe an:

Infografik e-Bike für Senioren
Quelle: BMVI

Mögliche Gründe für die Scheu vor e-Bikes

Die Studie zeigt, dass sich viele Menschen zu alt für ein e-Bike fühlen oder sich vor einem Unfall fürchten. Doch wie repräsentativ sind diese Gründe? Die Studie wurde durchgeführt unter allen Senioren über 60 Jahren. Das bedeutet, dass viele Menschen, die noch nie mit einem e-Bike in Berührung gekommen sind, Einfluss auf die Umfrage hatten und das Elektrofahrrad vermutlich von Familienangehörigen, Bekannten oder aus den Medien kennen. Wie soll diese Zielgruppe also eine auf Erfahrungen beruhende Meinung zu Pedelecs haben?

Gerade in den Medien wird das e-Bike oft als Statussymbol und Sportgerät für das Erreichen von Höchstgeschwindigkeiten dargestellt. Dabei stellt sich zurecht die Frage: Was hat der Durchschnittsbürger, der nicht einmal gerne mit dem Fahrrad fährt, von einem Elektromotor, der einen im Handumdrehen auf 25 km/h katapultiert? Hier hilft natürlich nur Aufklärung.

 

Das Problem der fehlenden Aufklärung

Dass ein e-Bike durch seinen Extraschub großen Fahrspaß erzeugt, steht sicher außer Frage. Jedoch kann der Nutzen eines Pedelecs für viele in noch viel praktischerer Natur liegen. Denn der Elektromotor ist in erster Linie sehr einfach zu bedienen. Man schaltet ihn per Knopfdruck ein, kann den Grad der Unterstützung ebenfalls über Knöpfe am Lenker hoch und runter regulieren und man müsste natürlich ab und zu den Akku aufladen. Mehr Aufwand steckt nicht hinter dem "Geheimnis Pedelec". Dafür bekommt man ein großes Plus an Komfort und Mobilität geboten. Gegenwind, Steigungen und vollgepackte Fahrradkörbe stellen nun kein Hindernis mehr da und lassen sich einfach überwinden.

Auch die Sicherheit am Pedelec wird laufend verbessert. Antiblockiersysteme werden schon bald serienmäßig in einigen Modellen verbaut sein, sodass Überschläge bei einem zu starken Bremsvorgang einfach umgangen werden können und der Fahrer trotzdem sicher zum Stehen kommt. Desweiteren kann natürlich jeder Einzelne selbst für mehr Sicherheit sorgen. Nur weil 25 km/h auf dem Motor steht, ist das noch längst keine Mindestgeschwindigkeit. Im Gegenteil: Laut Gesetz riegeln die Motoren der Pedelecs bei dieser Geschwindigkeit ab und unterstützen einen nicht mehr, bis man wieder langsamer als 25 km/h fährt. Wer gerne 10 km/h fährt, kann das doch gerne tun. Dafür hat man den Vorteil, dass man auch bergauf mit 10 km/h weiterfahren kann. Das reduziert sogar die Gefahr des Umfallens durch zu geringe Geschwindigkeit. Die Unfallgefahr eines Pedelecs ist also im Grunde genommen genauso hoch wie die eines herkömmlichen Fahrrads.

 

Probieren geht über Studieren

Bei wem nun vielleicht doch das Interesse an einem e-Bike geweckt worden ist, macht es sicher Sinn, sich im Fachhandel noch einmal mit den verschiedenen Pedelecs auseinander zu setzen und die eine oder andere Probefahrt durchzuführen. Denn wer einmal die Erfahrung gemacht, steigt nicht so schnell wieder von dem motorisierten Pedelec ab.

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