Das Cannondale Tesoro Neo X 1 im Test

Bosch Display am e-Bike

Radfahren und Ökologie haben bei Freiburg im Breisgau einen ganz besonderen Stellenwert. Gut versteckt vor neugierigen Blicken, befindet dort auch die Entwicklungsabteilung der US-amerikanischen Kultmarke Cannondale. Ein perfekter Ort also, um die Tesoro Neo X 1 Trekking e-Bike Reihe von Cannondale Probe fahren zu dürfen, denn genau hier hat die Entwicklung der Tesoro Trekking e-Bikes zum großen Teil stattgefunden.

 

Mit seinem Team-Kollegen Wanja holt unser Testfahrer Christof, alias Belchenradler, die Modelle direkt bei Cannondale ab. Die erste Begutachtung der Bikes stimmt sie schon einmal zufrieden: Ein Tesoro in der Rahmenform „Step-Thru“ und der Farbe Lavendel und eines als „Low Step Thru“ in der Farbe Agave. Auf zur Probefahrt! 


Erster Eindruck und Spezifikationen

Mein Kollege Wanja und ich sind uns einig: Die Tesoro Neo X 1 sehen in Realität noch besser aus als auf manch einem Produktbild, das ich im Internet gefunden habe. Die Rahmen-Farben wissen zu begeistern und der Gesamteindruck wirkt stimmig und sportlich. Die wichtigsten Spezifikationen zum Cannondale Tesoro Neo X 1 in der Übersicht:

  • Motor: Bosch Performance Line CX Smart System, 250W 
  • Akku: 750 Wh 
  • Display: Bosch Kiox 300 Farbdisplay mit LED Remote 
  • Schaltungstyp: Kettenschaltung 
  • Schaltwerk: Shimano Deore LinkGlide 10-Gang 
  • Rahmen: SmartForm C1 Aluminum
  • Rahmenformen: Low Step-Thru, Step Thru und Diamant, interne Kabelführung 
  • Gabel: SR Suntour XCR34, Coil, 100 mm Federweg 
  • Bremsen: Magura CT, hydraulische Scheibenbremse, 2-Kolben, Bremsscheiben v: 203 mm h: 203 mm 
  • Licht: Axa Blueline 30, integriertes Tagfahrlicht 
  • Reifen: Maxxis Pace, 29 x 2,1 Zoll (L/XL) • Gewicht: 24 kg 
  • Farben: Agave / Lavendel / Grau / Blau • UVP: 4999 € 

Das Trekking e-Bike ist mit dem neuen Bosch Smart System ausgestattet. Der zugehörige 750 Wh Bosch Akku ist im Unterrohr verbaut. Um Platz für den Akku zu schaffen, beinhaltet dieses Konzept eine Aufrichtung des Bosch Performance Line CX Motors, wodurch dieser Bereich leider immer etwas sperrig aussieht - besonders im Vergleich zum schlanken Unterrohr. Auffällig ist dies allerdings nur in der frontalen Seitenansicht. Aus einem anderen Blickwinkel und vor allem bei der Fahrt fällt dies nicht weiter auf. 

Zwei Cannondale Tesoro Neo X e-Bikes

Die Probefahrt kann beginnen

Wanja schwingt sich bereits intuitiv auf den Step-Thru-Rahmen und überlässt mir den Tiefeinsteiger. Was er noch nicht zu wissen scheint: Ein Tesoro Neo X 1 ist ein Wolf im Schafspelz. Wer den Tiefeinsteiger für ein reines City e-Bike oder gar für ein Hollandrad hält, liegt falsch. Im Übrigen unterscheiden sich beide Tesoros nur durch die Farbe und den Einstieg und sind ansonsten komplett identisch. Erhältlich ist das Tesoro auch mit Diamantrahmen in einem dunklen Blauton. Die Sitzposition ist bequem aber durchaus sportlich und mit einer ausgewogenen Gewichtsverteilung zwischen Sattel und Lenker.

 

Cannondale Tesoro Neo X1 Tiefeinsteiger

Bereits in der ersten Minute wird deutlich: Das Tesoro Neo X 1 ist nicht nur wegen seines großen 750 Wh Akkus für lange Ausflüge geeignet. Sowohl der bequeme und hochwertige Selle Royal Sattel als auch der breite Lenker stammen aus dem Trekking-Bereich. Ich sitze zentral im Bike und fühle mich direkt wohl. Cannondale selbst sieht sein Tesoro Neo X 1 als e-Bike für Alles, denn egal ob City oder Entdeckertouren im Hinterland: alles scheint damit möglich zu sein. Wir möchten die Trekking e-Bikes zunächst im städtischen Raum testen und radeln daher Richtung Innenstadt zum Münsterplatz. 

Der Belchenradler in Freiburg auf Cannondale e-Bike

Kurze zeit später befinden wir uns mitten im bunten Gewusel der Innenstadt. Alles rennt und fährt kreuz und quer. Die Straßenbahn bimmelt links und ein Lieferwagen rechts sucht die Lücke zwischen einer Taubenschar und einem Freiburger „Bächle“ – ein Wahrzeichen der Altstadt. Ich dachte bislang immer, Mountainbiken sei Risikosport, aber in der Stadt muss man weit mehr aufpassen und permanent 360° Umsicht walten lassen. 

 

Cannondale Tesoro Neo X e-Bikes in Freiburg
Kiox Display am e-MTB



Praktisches Tagfahrlicht

Ein kurzer Blick über die Schulter genügt und ich sehe Wanja hinter mir mit seinem hellen Tagfahrlicht. Dieses ist kein modisches Gimmick, sondern erfüllt bestens den Zweck, besser gesehen zu werden. Wir rollen über ruppiges, altes Kopfsteinpflaster und das Tesoro macht dabei einen hervorragenden Job. Die breiten 29 Zoll Maxxis Pace Reifen dämpfen gut und sind bestens geeignet für den Slalom über Straßenbahnschienen. Sie sind breit genug, um nicht Gefahr zu laufen, in die Rillen zu kommen. Auch die Parallelogramm-Sattelstütze absorbiert Stöße effektiv ohne lästiges Wippen. Das ganze e-Bike macht einen soliden und hochwertigen Eindruck auf uns. Die Schutzbleche sind aus Metall, da klappert und wackelt nichts. Der stabile Gepäckträger ist Racktime-kompatibel und für bis zu 25 Kilogramm Last ausgelegt. Eine große Auswahl an Taschen, Körben und Transportboxen lässt sich damit einfach und sicher befestigen.

Weiter geht die Fahrt zum Münstermarkt! Wir fahren durch pittoreske Gassen und finden immer wieder neue Locations für ein kurzes Foto- oder Videoshooting. Beim häufigen Auf- und Absteigen lerne ich allmählich die Vorteile eines Tiefeinsteigers in der Stadt zu schätzen. Auch das praktische ABUS Rahmenschloss kommt zum Einsatz, als wir eines der Trekking e-Bikes kurz abstellen. Mit dem selben Schlüssel wird auch der Akku im Unterrohr gesichert. Unsere zwei Cannondales haben sich im ersten Teil unserer Testfahrt in der Freiburger Altstadt mit Bravour geschlagen und lassen im urbanen Umfeld keine Wünsche offen. Nun wollen wir raus in die Natur und machen uns auf den Weg zum Freiburger Schlossberg und zum Aussichtspunkt Kanonenplatz. 


Der Spieltrieb ist geweckt

Hinter dem Schwabentor geht es steil bergauf. Zuerst noch auf Asphalt und dann auf unbefestigten Waldwegen. Die Tesoros verfügen über eine Shimano Deore 10-Gang-Schaltung mit einer 11-43 LINKGLIDE Kassette. Perfekt für präzise und verschleißarme Schaltvorgänge – besonders bei einem e-Trekkingbike. Wer vom e-Mountainbike eine 12-fach Schaltung gewohnt ist, wird vielleicht den ein oder anderen kleineren Gang vermissen. Der Kletterfähigkeit des Tesoro Neo X1 tut es aber keinen Abbruch. Außerdem ist der Tausch einer 10-fach Deore Schaltung deutlich günstiger. Der bärenstarke 85 Nm Bosch Motor sorgt dafür, dass auch Treppenstufen steil bergauf problemlos überrollbar sind. Und all dies mit einem Tiefeinsteiger! Da bekommt man doch das Grinsen nicht mehr so schnell aus dem Gesicht. Bei solchen Aktionen merkt man, dass im Tesoro versteckte MTB-Gene schlummern, die nur darauf warten, geweckt zu werden.

Kette am Cannondale Tesoro Neo X1
Bosch Performance Line CX Motor am Cannondale Tesoro Neo X1

Vom Kanonenplatz aus genießen wir den den fantastischen Ausblick weit über das Münster und die Breisgau-Metropole. Beim Fotoshooting auf dem Schlossberg werden wir immer wieder auf unsere e-Bikes angesprochen. “Gibt es die schon zu kaufen?” – eine Dame ist so begeistert, dass sie auf der Stelle eine Probefahrt gemacht hätte.

In früheren Jahrhunderten war der Schlossberg Teil einer Festungsanlage, von der Kanonen abgefeuert wurden. Heute bevorzugen wir es, noch ein letztes Mal unsere Tesoro Neos abzufeuern und den letzten Anstieg zur Ludwigshöhe zu erklimmen. Wieder geht es einzelne Treppenstufen bergauf. Wir haben inzwischen Vertrauen in die e-Bikes und deshalb wächst auch langsam der Spieltrieb in uns. Wanja kann es daher nicht lassen kurz im „Wheelie“ bergauf zu fahren. 

Cannondale e-Bike auf dem Kanonenplatz

Reifen, Bremsen und Fahrwerk

Gerne wären wir weiter in Richtung Rosskopf gefahren, doch die Zeit drängt und so machen wir uns auf den Rückweg. Auf der steilen Abfahrt zurück in die Stadt vermitteln unsere Tesoro Neo X 1 viel Sicherheit. Die Magura MT C2 Bremsen besitzen vorne und hinten jeweils große und hitzebeständige 203 mm Bremsscheiben. Eine Überhitzung, die zu quietschenden Belägen führt, kann dadurch wirkungsvoll vermieden werden. Natürlich wären vorne 4-Kolbenbremsen noch das i-Tüpfelchen. Die Bremsen lassen sich aber auch so gut dosieren und die Bremskraft ist völlig ausreichend für den Verwendungszweck. Die großen Magura 2-Finger Bremshebel entsprechen ergonomisch nicht so ganz meiner Wunschvorstellung. Eine volle Bremswirkung ließe sich auch problemlos mit nur einem Finger abrufen. Solche Dinge sind aber Geschmackssache.

Überzeugen können vor allem die Maxxis-Reifen. Sie rollen angenehm leise auf Asphalt, bieten auf unbefestigten Waldwegen bergab dennoch genügend Grip. Kleine Steinchen, die auf unbefestigten Wegen aufgewirbelt werden, verursachen mitunter helle und metallische „Bling”-Geräusche, wenn sie gegen die Metallschutzbleche fliegen. Kunststoff wäre da etwas leiser aber dafür weniger wertig in der Optik und weniger haltbar. Als Federgabel ist eine einfache aber robuste SR Suntour XCR 34 verbaut. Die Stahlfedergabel ist im Ansprechverhalten nicht ganz so sensibel, wie es eine Luftfedergabel wäre, sie verrichtet aber unauffällig und wartungsarm ihren Dienst. Auch 5 bis 6 Treppenstufen bergab sind damit kein Problem. 

Frontansicht des Cannondale Tesoro Neo X 1

Der Bosch Performance Line CX Motor

Das Herzstück des Tesoro Neo X 1 ist der 85 Nm Bosch Performance Line CX Motor. Wundervoll dosierbar, kraftvoll und zuverlässig unterstützt dieser bei jeder Fahrt. Zwar hat er den Ruf, nicht unbedingt der leiseste Antrieb zu sein, je nach Rad und Rahmen gibt es da aber durchaus Unterschiede. In unseren Test Trekking e-Bikes läuft der Bosch CX für mein Empfinden aber um einiges leiser als ich es von anderen e-Bikes gewohnt bin. Offensichtlich haben es die Ingenieure von Cannondale geschafft, ihn akustisch etwas zu zügeln. Pfiffig gelöst wurde auch die Abdeckung der Ladebuchse. Oft verfügt diese über eine der üblichen Gummiabdeckungen, die man früher oder später immer verliert und die auch selten dicht abschließt. Doch hier haben die Entwickler:innen dem Tesoro eine stabile und dichte Verschlussklappe inklusive Scharnier und Sicherung spendiert. Die Position der Ladebuchse ist seitlich am Oberrohr angebracht. So musst du dich beim Einstecken des Ladekabels nicht bücken.


Das Bosch Smart System am Cannondale Tesoro Neo X 1

Das Tesoro verfügt über das aktuelle Bosch Smart System, inklusive LED-Remote und Kiox 300 Display. Alle Funktionen und Möglichkeiten aufzuzählen, die es zusammen mit der Flow App bietet, würde den Rahmen sprengen. Wer sich für die Fahrdaten interessiert, für den ist das Smart System sehr nützlich und hilfreich. Wer sich lieber auf das Radfahren und die Umgebung konzentriert, wird ebenfalls glücklich, denn die Bedienung über die Remote geht einfach und intuitiv

Kiox 300 Display am Cannondale Tesoro Neo X 1
Bosch LED Remote am Cannondale Tesoro Neo X 1

Bei Abschluss unserer vierstündigen Tour haben wir nur etwa 20 Prozent der gesamten Akkukapazität verbraucht. Hier wird klar, welche enorme Reichweite im 750 Wh Akku steckt. Cannondale spricht von einer Reichweite von bis zu 175 Kilometern. Ganztägige Trekkingtouren inklusive Gepäck und ordentlich Höhenmeter sind damit problemlos realisierbar.


Unser Fazit zum Cannondale Tesoro Neo X 1

Es ist wahr: Das mögliche Einsatzgebiet eines Cannondale Tesoro Neo X 1 ist schier grenzenlos. Herzlichen Dank an Cannondale in Freiburg für die Bereitstellung der Testräder.  

Christof und Wanja neben dem Cannondale Tesoro Neo X1

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Kommentare: 1
  • #1

    Marian Christel (Freitag, 28 Oktober 2022 20:41)

    Was ist das für ein Fazit