ERFAHRUNGSBERICHTE mit Riese & Müller e-Bikes


1) Riese & Müller Packster 40 touring

Für 4 Wochen bekamen wir von Riese & Müller das Packster 40 in der „touring“ Variante zur Verfügung gestellt, um es auf Herz und Nieren zu testen. Dabei sind wir fast jeden Tag mit dem Lastenfahrrad gefahren, um einen Eindruck über dessen Alltagstauglichkeit zu bekommen. Hier bekommst Du also nun unseren umfangreichen Erfahrungsbericht zu dem Riese & Müller Packster 40 touring zu lesen.


Die Spezifikationen im Überblick


Motor

Bosch Performance CX

 

Akku

500 Wh

 

Display

Bosch Intuvia

Schaltung

Shimano Deore

10-Gang

Kettenschaltung

 

Bremsen

Tektro Auriga

hydraulische Scheibenbremsen

Gewicht

29,9 kg

 

zulässiges Gesamtgewicht

160 kg

 

Preis

ab 4.399 €



Sitzposition und Geometrie

 

Zunächst einmal möchten wir euch das Cargo e-Bike an sich einmal etwas genauer vorstellen. Die Geometrie des Packster 40 ist sehr nutzerfreundlich gehalten. Zum einen erleichtert das tief liegende Oberrohr einen leichten und bequemen Einstieg und ermöglicht so Personen von groß bis klein und jung bis alt das einfache Aufsitzen. Die Sitzposition ist ausgesprochen aufrecht konzipiert und sorgt so für viel Komfort und Übersicht im Stadtverkehr. Über die Klemmen an der Lenk- und Sattelstange lassen sich diese Höhen noch individuell einstellen. So lässt sich der Sattel auch auf die bequeme Höhe stellen, bei der das schwere Lasten e-Bike im Stand mit beiden Beinen auf dem Boden gestützt werden kann.

 

Ausstattung der "touring"-Version

 

Motor und Akku

Natürlich gehören Motor und Akku zu einem e-Bike und sind vor allem bei einem Lasten e-Bike oft das Zünglein an der Waage. Das Packster 40 besitzt serienmäßig den starken Bosch Performance CX Antrieb mit neuem e-MTB Modus. Welche Vorteile dieser Modus bietet, kannst Du weiter unten nachlesen. Mit 75 Nm Drehmoment und einer Unterstützung von bis zu 300% zur eigenen Trittkraft gehört der CX Motor noch immer zu den leistungsstärksten Antrieben seiner Art. Hinzu kommt, dass er als Antrieb für Pedelecs das Fahrzeug bis auf 25 km/h unterstützen kann. In unserem Praxistest hat sich gezeigt, dass dieser Motor wie die Faust aufs Auge zu diesem tollen Cargo e-Bike passt und riesigen Spaß bereitet. Bereits ab dem ersten Moment entfaltet der Bosch Motor seine Kraft und befördert einen mit ein paar Gangwechseln schnell aber natürlich auf die 25 km/h. Das macht besonders im anstrengenden Stop & Go Verkehr in der Stadt Spaß.

 

Den e-MTB Modus führte Bosch eBike Systems Mitte 2017 als Update für alle Bosch Performance CX Motoren an und ist in den aktuellen Modellen serienmäßig installiert. Anders als andere Unterstützungsstufen sorgt der e-MTB Modus für einen intuitiven Schub. Je höher der Pedaldruck, desto stärker unterstützt der Motor. Die Spanne liegt dabei zwischen 120 % und 300 %. Das macht das Nutzen anderer Unterstützungsstufen fast überflüssig, es sei denn, dass man zwischendurch den Akku etwas schonen will.

 

Die Reichweite des Packster 40 liegt bei einer vollen Akkuladung und einer voll beladenen Ladefläche bei etwa 50 km. Das ist für ein Lasten e-Bike mit nur einem Akku schon recht sportlich. Auf schonenden und vorwiegend ebenen Strecken können es auch schon einmal bis zu 75 km werden. In Extremsituationen, wie maximaler Beladung oder geringen Außentemperaturen können es dann aber auch mal weniger al 50 km werden.

 

 

 

Schaltung und Bremsen

Das Packster 40 ist mit einer sportlichen Kettenschaltung von Shimano aus der Deore-Serie ausgestattet, die 10 Gänge über die Kassette besitzt. Am vorderen Kettenblatt neben dem Motor sind 19 Ritzel zu finden, die dafür sorgen, dass auch Aufwärtsfahrten im Handumdrehen bewältigt werden. Uns ist jedoch aufgefallen, dass wir nie in die letzten drei Gänge geschaltet haben, die man eher jenseits der 25 km/h benötigt. Wenn man das 19er Blatt durch zum Beispiel ein 17er Blatt austauschen würde, würden auch die höheren Gänge öfter genutzt werden und die Kassette würde gleichmäßig verschleißen. Ansonsten passt die Kettenschaltung aber sehr gut in das Konzept des sportlichen Lasten e-Bikes.

 

 

Die hydraulischen Scheibenbremsen von Tektro im Packster 40 sind alles andere als gewöhnlich. Hier ist eine kleine 160er Scheibe am Vorderrad des Cargo e-Bikes zu finden, während am hinteren 26 Zoll Laufrad eine größere 200er Scheibe installiert wurde. Bei herkömmlichen e-Bikes möchte man mit einer größeren Bremsscheibe am Vorderrad mehr Bremsleistung erzielen, da die Bremsen so effizienter arbeiten können. Ein Lastenfahrrad wie das Riese & Müller Packster 40 besitzt jedoch eine völlig andere Lastenverteilung und Fahrdynamik als herkömmliche e-Bikes. Deshalb bewirkt auch eine kleine 160er Scheibe am Vorderrad einen maximalen Wirkungsgrad in Kombination mit der Hinterradbremse und bewahrt einen im Gegensatz zu einer großen 180er Scheibe vor dem Überdosieren der Bremsung. Folglich konnte und die Tektro Auriga Scheibenbremse immer sicher und auf kurzer Strecke zum Stehen bringen. Auch Bergabfahrten waren mit Lösen und Ziehen der Bremse trotz 80 kg Zuladung eine sehr sichere Sache.

Transportbox und Hauptständer

Die Verarbeitung des Riese & Müller Packster 40 erscheint uns ebenfalls als sehr durchdacht und makellos. Auf unserer Teststrecke sind wir oft über Kopfsteinpflaster gefahren, wodurch aber trotzdem nichts am Klappern oder Knacken war. Lediglich die Transportbox, die standardmäßig aus Holz gefertigt wurde, kann bei geringer Beladung schon einmal Geräusche erzeugen. Wen diese aber stören, der kann mit einer Isomatte oder einem Handtuch den Inhalt der Box fixieren.

 

Der große und massive Doppelständer ist beim Packster 40 unter dem Rad versteckt und kann bequem mit dem Fuß gegen eine Feder gedrückt werden. Anschließend muss das Rad noch nach hinten gezogen werden, sodass der Ständer fixiert wird. Auch bei hoher Zuladung steht das Lasten e-Bike sehr sicher und robust und kann auch bei leichter Steigung abgestellt werden.

Beleuchtung

 

Die Standardbeleuchtung des Packster 40 ist für uns tadellos und besteht aus einer Supernova E3 und einer in das Schutzblech integrierten Heckleuchte. Das sieht nicht nur sehr schick aus, sondern sorgt auch für reichlich Leuchtkraft. Auch tagsüber macht es Sinn, die Beleuchtung einzuschalten, um von den anderen Verkehrsteilnehmern besser wahrgenommen zu werden und so für mehr Sicherheit zu sorgen. Die Heckleuchte besteht aus einzelnen LEDs und ist somit sehr gut und weit sichtbar, fällt durch die elegante Integration im Schutzblech allerdings kaum auf, wenn sie ausgeschaltet ist. Gleichzeitig wird so die Verkabelung vor Nässe und Beschädigung geschützt. Der Frontstrahler entwickelt eingeschaltet einen breiten und hellen Lichtkegel, der ca. 30 m weit nach vorn reicht. Ein- und ausgeschaltet wird die Beleuchtung per Knopfdruck am Display.

Fahreigenschaften

 

Handhabung und Fahreigenschaften

Kern unseres Erfahrungsberichts soll natürlich unser Fahrerlebnis mit dem Riese & Müller Packster 40 sein. Also: Wie fährt es sich denn nun? Wir finden, gut! Anfangs waren wir wirklich sehr gespannt auf das neue Konzept eines Lasten e-Bikes aus dem Hause Riese & Müller, welches im Gegensatz zu den konkurrenzfähigen Produkten sehr kurz ausfällt. Jedoch ist unserer Meinung nach genau das die größte Stärke des Packster 40.

 

Von der Bauweise her ist es nur etwa 30 cm länger als ein Trekking e-Bike mit 29 Zoll Bereifung. Somit passt es trotz seiner Ladefläche, die durch das kleine Vorderrad etwas ausgeglichen werden kann, in fast jede übliche „Parklücke“ oder Ecke im Fahrradschuppen. Auch in der Breite fällt das Packster 40 nicht besonders groß aus. Auch der praktische Doppelständer sorgt dafür, dass das Rad aufrecht steht und nicht zur Seite kippt.

 

Als alltägliches Fahrzeug hat uns das Packster 40 wirklich gut überzeugen können. Die Ladefläche ist wie ein Kofferraum und kann nach Belieben mit allen möglichen Dingen beladen werden. Egal, ob es der Einkauf, eine Werkzeugkiste oder der Picknickkorb ist. Dabei lässt es sich jederzeit gut durch die Stadt manövrieren. Anfangs muss man sich zwar etwas an das Handling gewöhnen, allerdings hat man den Dreh nach ein bis zwei Fahrten schon raus.

 

Fahrweise in Extremsituationen

Natürlich wollten wir auch herausfinden, wie sich das Packster 40 verhält, wenn man das Lasten e-Bike mal mit mehr als den zugelassenen 160 kg belastet. Man sollte beachten, dass zu den 160 kg auch der Fahrer gehört. Deshalb habe wir noch zwei 40 kg schwere Kisten auf die Ladefläche gepackt und das Fahrverhalten getestet.

 

Wir waren überrascht, dass sich das Packster 40 auch mit Überlast noch heile ans Ziel bringen ließ. Zwar erforderte es schon ein Stück weit Körpereinsatz, wenn man um Kurven fahren wollte, aber langsam und sicher gelangten wir mit dem Packster 40 an unser Ziel. Bei Bergabfahrten blieb das e-Bike mit dieser Überlast völlig ruhig und gerade auf der Straße. Bergauf traten ebenfalls keine Probleme auf, da der kräftige CX Motor mühelos mit der Belastung bei ca. 8% Steigung fertig wurde. Besonders hilfreich fanden wir in diesem Moment die Schiebehilfe, die bei Aktivierung mit anschiebt und sich das überladene Cargo e-Bike nur noch halb so schwer anfühlt.

Fazit

 

Nach Ablauf unserer 4 Wochen mit dem Riese & Müller Packster 40 konnten wir ein durchweg positives Fazit unter das praktische Lasten e-Bike ziehen. Vor allem in Städten, in denen es oft schwierig ist, mit dem Auto durch den Verkehr zu kommen oder wo das Befahren mit dem PKW sogar untersagt ist, spielt das Packster 40 seine volle Stärke aus. Und dabei macht es auch noch einen großen Spaß, mit den leistungsstarken Bosch Performance CX Motor durch die Straßen zu fliegen und dabei auch noch etwas gegen die Abgase in der Stadt zu tun. Einziger Wehmutstropfen ist wohl der Preis von 4.399 € in der Basisausstattung. Viele können sich nicht vorstellen, so viel Geld für ein e-Bike auszugeben. „Man bekommt dafür ja schon einen guten Gebrauchten!“, empfinden viele. Doch wer nach vorne blickt, dem wird schnell auffallen, dass das Auto in der Stadt allmählich von e-Bike abgelöst wird, da diese in der Regel einen viel praktischeren Nutzen haben. Uns ist das Riese & Müller Packster 40 jedenfalls jeden Euro wert gewesen, weshalb wir hier gerne unsere Kaufempfehlung aussprechen würden.

 

Fotos: Hieronymus Gottschaldt


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