Mythos oder Wahrheit - Sind e-Bike Akkus gefährlich?

In engem Zusammenspiel mit dem Motor fungiert der Akku als Herzstück eines jeden e-Bikes. Der Akku stellt sicher, dass dem Antriebssystem ausreichend Energie zur Verfügung steht, um dem Fahrer oder der Fahrerin Rückenwind auf dem e-Bike zu verleihen. Ein qualitativ hochwertiger e-Bike Akku hat dementsprechend großen Einfluss auf das Fahrerlebnis. Doch ab und an finden sich in den Medien Meldungen zu explodierenden und in Brand geratenen e-Bike Akkus.

 

Stellen e-Bike Akkus tatsächlich eine Gefahr dar? Und wodurch können Akkubrände überhaupt ausgelöst werden? Wir möchten euch kompetente Antworten auf diese wichtigen Fragen zu e-Bike Akkus geben!


Die Funktionsweise von e-Bike Akkus

Die Technik, die an e-Bikes zur Verwendung kommt, hat sich in den vergangenen Jahren rasant weiterentwickelt. Das gilt auch für die Akkus, die das Antriebssystem des Pedelecs mit Energie versorgen sollen. Während bis vor einigen Jahren vielfach noch klobige Gepäckträger-Akkus das Bild prägten, wird die Batterie heute zumeist elegant in das Unterrohr integriert und ist von außen praktisch unsichtbar. Um die Reichweite ihrer e-Bikes zu erhöhen, bieten einige Hersteller wie Specialized, FOCUS oder Giant mittlerweile zudem kleinere Zusatzakkus an.

 

Das grundlegende Funktionsprinzip von e-Bike Akkus ist über die Zeit jedoch weitgehend unverändert geblieben. Wird der Akku geladen, so wandelt er elektrische in chemische Energie um. Beim Entladen während der Fahrt mit dem e-Bike läuft dieser Prozess in die entgegengesetzte Richtung ab. Aus chemischer wird dann wieder elektrische Energie, die das e-Bike antreibt.

Wie arbeiten Lithium-Ionen-Akkus?

Heutzutage werden für e-Bikes in der Regel Lithium-Ionen-Akkus genutzt. Durch ihr relativ geringes Eigengewicht bei gleichzeitig hoher Energiedichte sind diese Akkus ideal für den Einsatz in e-Bikes geeignet. Die Prozesse, die im Inneren eines Lithium-Ionen-Akkus ablaufen, sind durchaus komplex. Jede Zelle des Akkus besteht aus einer positiven sowie einer negativen Elektrode. Wird der Akku geladen, trennen sich Lithium-Ionen und Elektronen voneinander. Umgeben von einer brennbaren Lösung bewegen sich die Ionen vom positiv zum negativ geladenen Pols der Akkuzelle. Bei dieser Ionen-Wanderung wird elektrische in chemische Energie umgewandelt.

 

Eine besondere Bedeutung innerhalb eines e-Bike Akkus kommt dem Separator zu. Diese Trennwand sorgt dafür, dass nur die Ionen von einem Pol zum anderen wandern können. Die Elektonen werden stattdessen über den Stromkreis geleitet. Während des Entladens bewegen sich sowohl Ionen als auch Elektronen wieder in die entgegengesetzte Richtung, wodurch auch chemischer Energie dann elektrische Energie für den Antrieb des e-Bikes wird.

 

Ein weiterer Vorteil der Lithium-Ionen-Akkus: Sie kennen den bei anderen Akkutypen berüchtigten Memory-Effekt nicht. Es spielt bei Lithium-Ionen-Akkus keine Rolle, bei wieviel Restkapazität man sie wieder auflädt. Sie müssen nicht vollständig geleert und vollständig wieder aufgeladen werden.

e-Bike mit integriertem Akku von Bosch
Foto: Bosch eBike Systems

Wodurch können Akkubrände entstehen?

Für den Brand eines e-Bike Akkus sind vor allem zwei Ursachen verantwortlich. Entweder ist der Akku zuvor beschädigt oder aber extremen Temperaturen ausgesetzt worden. Schon eine kurze Zeit bei einer zu hohen oder zu niedrigen Temperatur kann sich negativ auf die Entladungsrate auswirken und den e-Bike Akku nachhaltig beschädigen. Lithium-Ionen-Akkus sind dafür bekannt, äußerst sensibel auf Hitze und Kälte zu reagieren. Ihr solltet es unbedingt vermeiden, den Akku Temperaturen unter -10 Grad Celsius oder über +40 Grad Celsius auszusetzen. 

 

Kritisch wird es vor allem dann, wenn der Separator einen Schaden abbekommt. Funktioniert die Trennwand in den Akkuzellen nicht mehr richtig, können sich die positiv und negativ geladenen Elektroden unkontrolliert berühren. Dabei werden sehr viel Wärme freigesetzt und gleichzeitig Sauerstoff freigesetzt. Eine äußerst explosive Mischung, durch die der e-Bike Akku Feuer fangen kann.

 

Auch eine Tiefentladung ist gefährlich für den e-Bike Akku. Von einer solchen Entladung spricht man dann, wenn seine Ladekapazität nahezu vollständig erschöpft wird und die Spannung unter einen bestimmten Grenzwert fällt. Nach einer Tiefentladung kann es zu irreparablen Schäden an den Zellen und zu unbeabsichtigten chemischen Reaktion im Akku kommen.

Im Zweifel immer zum Fachhändler

Aus den zuvor genannten Gründen solltest du es unbedingt vermeiden, einen e-Bike Akku ohne Fachwissen selber zu öffnen. Wird die Trennwand im Inneren durch unsachgemäße Handhabung des Akkus beschädigt, so kann ein Kurzschluss die Folge sein, bei dem es durch die freigesetzte Energie zu einer starken Hitzeentwicklung kommt.

 

Sobald ein Problem mit dem Akku auftritt, sollte der erste Ansprechpartner daher immer der e-Bike Fachhändler deines Vertrauens sein. Dein Fachhändler hat die Möglichkeit, mithilfe von Diagnosetools einen möglichen Defekt am Akku zu lokalisieren. Hinweise auf eine Beschädigung können beispielsweise ein schneller Temperaturanstiegs des Akkus oder stockende Ladevorgänge sein. 

Integrierter Akku wird aus e-Bike entfernt

Den e-Bike Akku richtig lagern

Die schönste Zeit, um mit dem e-Bike unterwegs zu sein, sind sicherlich der Frühling und der Sommer. Klar, auch im Herbst und im Winter kann man Spaß auf dem eigenen e-Bike haben. Dennoch entscheiden sich viele Besitzer eines Pedelecs dazu, das Bike über die kalten Monate des Jahres im Keller oder in der Garage abzustellen. Wichtig dabei ist insbesondere, dass der Akku des e-Bikes richtig gelagert wird.

 

Aber wie lagert man den Akku eigentlich am besten? Zunächst sollest du einen trockenen Ort suchen, der eine Temperatur zwischen 10° und 20° Celsius bietet. Nahezu alle Hersteller von e-Bike Akkus sind sich darin einig, dass die perfekte Lagertemperatur bei konstanten 10° Celsius liegt. Zudem sollte ein e-Bike Akku, der für eine längere Zeit eingelagert werden soll, weder komplett geladen noch komplett entladen sein. Ideal ist es, wenn der Akku zwischen 30 % und 60 % aufgeladen ist. Dadurch wird eine für den Akku gefährliche Tiefentladung verhindert.

Die Lebensdauer des e-Bike Akkus erhöhen

Die Akkus, die in den aktuell im Handel erhältlichen e-Bikes verbaut werden, sind echte Energiebündel, die bereits von Haus aus eine lange Lebensdauer haben. Zwischen 500 und 1.000 Vollladezyklen halten moderne e-Bike Akkus problemlos aus, bevor sie ersetzt werden müssen. Mittlerweile stellen auch Teilladungen kein Problem mehr da. Wie schon erwähnt, besitzen Lithium-Ionen-Akkus keinen Memory-Effekt, sodass Teilladungen ihre Kapazität nicht schwächen können.

 

Damit der e-Bike Akku möglichst lange hält, ist eine gute Pflege empfehlenswert. Du solltest deinen Akku in regelmäßigen Abständen mit einem feuchten Tuch abwischen. Auf gar keinen Fall sollte der e-Bike Akku zum Reinigen unter Wasser getaucht werden. Auch ein Dampfstrahler eignet sich nicht für die Akkureinigung. Nachdem der Akku für längere Zeit ungenutzt geblieben ist, sollte dieser zunächst die Chance erhalten, wieder Raumtemperatur anzunehmen. Bei sommerlichen Temperaturen achtest du am besten immer darauf, dein e-Bike nicht in der prallen Sonne stehen zu lassen.

 

Trotz bestmöglicher Pflege wird sich jeder e-Bike Akku irgendwann seinem Lebensende nähern. Auf gar keinen Fall sollte der Akku einfach in den Hausmüll geworfen werden. In Deutschland ist gesetzt geregelt, dass Akkus entweder im Fachhandel oder bei den kommunalen Wertstoffhöfen entsorgt werden müssen.


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