Beeindruckend: Das Focus Raven² PRO mit Fazua-Motor im Langzeittest

Das Focus Raven² PRO hat in diesem Jahr für reichlich Schlagzeilen gesorgt, was für uns Grund genug war, um das agile Hardtail über die ganze Saison auf die Probe zu stellen. Im Vordergrund stand dabei der Motor, der eigentlich lieber im Hintergrund bleiben will - der Fazua evation. Dieser Motor ist alles andere als gewöhnlich, da er sich mit gerade einmal 60 Nm Drehmoment sehr von den üblichen Kraftprotzen im eMTB-Segment abhebt. Seine Daseinsberechtigung hat der Fazua evation allerdings schon in vielen Tests bewiesen, da er mit ganz eigenen Vorteilen glänzen kann, mit denen er seine Konkurrenz abhängt. In diesem rückblickenden Testbericht bewerten wir das Focus Raven² nach einer intensiven Saison mit über 1.000 km Fahrleistung.


Einsatzgebiet und Fahrgefühl beim Focus Raven² PRO

Das Focus Raven² PRO fühlt sich als Hardtail allgemein auf flacheren Strecken wohl. Dennoch zählt es zu den e-Mountainbikes. Die sportliche Geometrie des 29-Zoll eBikes sorgt nämlich für ungemein dynamische Laufeigenschaften, welche in Kombination mit dem leichten und effizienten Fazua Mittelmotor für ein unvergleichliches Fahrgefühl sorgen. Hier spielt auch das extrem geringe Gewicht von gerade einmal 15,5 kg eine große Rolle. Mit diesen Voraussetzungen eignet sich das Focus Raven² PRO ideal für ausgedehnte eBIke-Touren mit hohem Tempo. Hier stellt sich natürlich die Frage, wie gut der Motor über der 25 km/h Grenze entkoppeln kann, ohne beim Fahren einen nervigen und auf Dauer ermüdenden Tretwiderstand zu geben. Und wir durften feststellen, dass der Fazua evation Motor für das derzeit beste Entkoppeln sorgt und dabei sogar den Riemenantrieb von Brose abhängt.

Focus Raven² PRO

Auch in Sachen Effizienz stellt der Fazua evation im Focus Raven² PRO neue Maßstäbe auf. Im Vergleich mit dem Shimano Steps E8000, welcher im Focus Sam² verbaut ist, mit dem wir dieselbe Vergleichsstrecke gefahren sind wie mit dem Focus Raven² PRO, zeigte der Motor von Fazua eine erstaunlich sparsame Arbeitsweise. Während der Akku des Shimano Steps E8000 (378 Wh) nach 1.000 Höhenmetern völlig leer gefahren wurde, blieb dem Akku des Fazua evation (250 Wh) noch die Hälfte des Energiegehalts nach der Tour. Klar, der kleinere Fazua Motor liefert auch deutlich weniger Maximalleistung unter Extrembedingungen als der Shimano Steps E8000, doch ein Unterschied von knapp 250 Wh im Verbrauch nach 1.000 Höhenmetern sind schon eine Wucht.

Grenzen des Focus Raven² PRO

Focus Raven² PRO

Über die Vorteile des kleinen Fazua evation Motors im Focus Raven² haben wir nun natürlich lang und breit geschwärmt. Doch natürlich besitzt der leichte Mittelmotor auch seine Schwächen. Eines sei vorweg gesagt: Das Focus Raven² PRO lässt sich schlecht mit einem e-Fully mit 90 Nm Drehmoment vergleichen, weshalb wir die Schwächen schon eher auf den Cross-Country Bereich beschränken werden. Doch auch hier bleiben längere Anstiege nicht aus. Der Fazua evation Mittelmotor liefert mit 400 Watt in der Spitze und einer maximalen Tretkraftunterstützung von 240 % einen soliden Schub, auch wenn es mal etwas steiler wird. Allerdings sollte man sich darauf einstellen, dass große Steigungen mehr Körpereinsatz des Fahrers verlangen, als es bei anderen Motoren in e-Mountainbikes der Fall ist.

Haltbarkeit der Komponenten

Hält man sich mit dem Focus Raven² PRO jedoch hauptsächlich auf gröberen Forst- und Wirtschaftswegen auf, so sorgen die Komponenten des XC-Mountainbikes für eine spaßige und komfortable Fahrt. Die Bereifung von Continental in Form der RaceKing-Serie halten den Rollwiderstand minimal und sind die ideale Voraussetzung für hohe Geschwindigkeiten. In Kombination mit der Fox Float 32 Federgabel mit 100 mm Federweg hält das dynamische Hardtails auch beim Einlenken immer die Spur. Sogar die Carbon-Sattelstütze sorgt bei unebener Strecke für einen gewissen materialbedingten Flex, der die wilde Fahrt über Stock und Stein angenehm komfortabel gestaltet.

Focus Raven² PRO

Die Bremsen sorgten während des Langzeittests ebenfalls für ein sehr sicheres Fahrgefühl. Zwar ist bei der Shimano Deore XT Bremse mit einer 180 mm Scheibe vorne und einer 160 mm Scheibe hinten noch etwas Luft nach oben, doch für kontrollierte Bremsmanöver reicht sie aus. Bei maximalen Geschwindigkeiten erreicht die XT-Bremse jedoch nicht die Qualität von klassischen 4-Kolben-Bremsanlagen, was für einen etwas langen Bremsweg sorgt. Bezogen auf den Einsatzgebiet des Focus Raven² PRO sind die Bremsen allerdings völlig in Ordnung, da es sich hierbei eher um ein Fahrzeug für hohe Geschwindigkeiten handelt. Die Bremsbeläge sind nach dem Dauertest immer noch in einem guten Zustand und würden aus unserer Sicht mindestens weitere 1.000 km vertragen.

Fazit

Das Focus Raven² PRO bildet in Kombination mit dem Mittelmotor von Fazua eine ganz eigene Kategorie im e-Mountainbiking und besitzt daher bisher kaum Konkurrenz. Es ist jedoch äußerst überraschend, wie positiv der Eindruck von dem 60 Nm starken Mittelmotor im eMTB ist. Dieser mutige Entwicklungsschritt von Focus und Fazua zeigt, dass noch viel Potential im eBike-Sport steckt, der noch längst nicht das Ende der Fahnenstange gesehen hat. Wer sich für das Focus Raven² PRO einlässt, muss in jedem Fall wissen, dass er sich auf ein Pedelec mit besonderen Fahreigenschaften einlässt. Uns hat das Focus Raven² PRO jedenfalls tierisch Spaß gemacht.


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