Brose Mittelmotor geht in Produktion

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Die Alternative für den Bosch-Mittelmotor geht an den Start. Bis 2018 möchte sich das Unternehmen 20 Prozent Marktanteil am E-Bike-Markt sichern.

 

Bereits im April berichteten wir, dass Hersteller wie Rotwild den neuen Brose-Antrieb in seinen E-Bikes verbauen will . Brose möchte mit seinen Mittelmotoren dem Giganten Bosch Paroli bieten und geht nun im großen Stil mit der Produktion an den Start. Nach eigenen Angaben ist Brose somit der einzige Hersteller, der „Made in Germany“-Antriebe für E-Bikes und Pedelecs anbietet.  


Mit E-Bike-Antrieben soll neuer Markt erschlossen werden

 

Brose ist eigentlich spezialisiert auf Automobile und zählt unter die Top 40 der weltweiten Automobilzulieferer, Elektromotoren, mechatronische Systeme sowie Fahrzeugtüren, Heckklappen und Sitzstrukturen. Mit dem E-Bike-Antrieb betritt das Unternehmen einen neuen Markt. Aber nicht nur das: Fast zeitgleich ist Brose nun Partner im Netzwerk der Berliner Agentur für Elektromobilität Emo geworden, die die Entwicklung nachhaltiger Mobilität in Berlin fördert.

 

Leistungsstarker, leichter Motor

 

Der Brose-Antrieb ist leicht im Tretlager zu verbauen: Neben Rotwild werden auch die Marken Pegasus und Bulls den Antrieb ab September für ausgewählte Modelle nutzen. Mit einem Gewicht von 3,4 Kilogramm ist der Antrieb leicht, gefertigt wurde er zum Teil aus Magnesium-Spitzguss. Der Antrieb, basierend auf PKW-Lenkungsmotoren, ist bewährt: Er ist bereits millionenfach produziert worden. Die Systemspannung liegt bei 36 V, die Nenndauerleistung erreicht 250 Watt mit 600 Watt an der Spitze. Am Kettenblatt liegen bis zu 90 Nm Drehmoment an, zur Schutz der Schaltungsperipethie allerdings auf 50 Nm begrenzt. 

 

Beim Qualitätsstandard setzt Brose dieselben wie bei ihrer Automobilentwicklung, unter denen der Motor in den letzten drei Jahren entwickelt wurde. Das zahlt sich aus: Seit Juli 2013 soll der Motor im bereits 100 000 Km zurückgelegt haben und auch den Härtetest in den Alpen hielt der Motor stand. Qualität äußert sich auch in den Kooperationen: Die Akkus werden von der BMZ GmbH zugeliefert, einem der größten Batteriehersteller in Europa.

 

„Wir wollen klare Nummer eins im Premiumsegment sein“

 

Neben Rotwild und den bereits genannten Herstellern sei man mit weiteren bereits in Verhandlungen, 2015 sollen auch Motoren für S-Pedelecs hergestellt werden. Brose prognostiziert beruhend auf Zahlen großer Hersteller im Jahr 2018 einen E-Bike-Verkauf von fünf Millionen Einheiten. Von diesem Marktanteil will Brose 20 Prozent erreichen. “Hier wollen wir mit höchster Technologie und Qualität die klare Nummer eins im Premiumsegment sein”, so Michael Stoschek, Vorsitzender der Gesellschafterversammlung der Brose-Gruppe und Enkel des Firmengründers Max Brose.

 

Brose wurde im Jahre 1908 gegründet. Die E-Bike-Antriebe werden nun in Berlin in 14 Produktionsschritten entwickelt und gefertigt. Am Berliner Standort arbeiten 260 Mitarbeiter. Insgesamt führt das Unternehmen 57 Standorte in 23 Länder und beschäftigt gut 22 000 Mitarbeiter.

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