Im Vergleich - Kettenantrieb vs. Riemenantrieb

Kettenantrieb und Riemenantrieb im Vergleich

Riemen oder Kette? Diese Frage wird unter e-Bike Fans immer wieder heiß diskutiert. Vor dem Kauf eines neuen Pedelecs zählt sie mittlerweile vermutlich zu den am häufigsten gestellten Fragen. Sowohl e-Bikes als auch Fahrräder werden heute mit zwei unterschiedlichen Antriebsarten gebaut. Neben dem traditionellen Kettenantrieb konnten sich in den vergangenen Jahren Fahrräder und e-Bikes mit Riemenantrieb auf dem Markt etablieren. Beide Antriebsarten können durch ihre ganz eigenen Stärken punkten.

 

Welche Vorteile bringen Kettenantrieb und Riemenantrieb mit sich? Und ist eine der beiden Antriebsarten die bessere? Wir vergleichen den Ketten- mit dem modernen Riemenantrieb!


Wie funktioniert der Kettenantrieb?

Der Kettenantrieb funktioniert seit mehr als 100 Jahren mehr oder weniger nach dem gleichen Prinzip. Eine Kette läuft auf Zähnen, die sich hinten am Zahnkranz und vorne an den Ritzeln befinden. Die einzelnen Glieder einer Fahrradkette werden miteinander vernietet. Wenn es nötig ist, lässt sich eine Fahrradkette dementsprechend an jeder beliebigen Stelle öffnen.

Die Vorteile des Kettenantriebs

Damit ist auch direkt schon ein erster Vorteil des Kettenantriebs gegenüber einem Zahnriemen genannt. Bei Problemen kann die Kette mit nur wenigen Handgriffen geöffnet und leicht repariert werden. Im Unterschied dazu ist der Zahnriemen nicht teilbar. Um bei einer Reparatur an den Riemen zu gelangen, muss der Rahmen des e-Bikes geöffnet ist. 

 

Ein weiterer Unterschied zwischen beiden Antriebsarten: Bei einem Riemenantrieb stehen nicht alle Schaltungstypen zur Auswahl. Der Zahnriemen funktioniert nur kombiniert mit einer Naben- oder einer Tretlagerschaltung, nicht aber zusammen mit einer Kettenschaltung. Dagegen sind bei einem Kettenantrieb alle Schaltungstypen möglich.

Gibt es Unterschiede bei der Effizienz?

In puncto Effizienz ist ein Kettenantrieb in Kombination mit einer Kettenschaltung die wohl beste Lösung. Mit einer gut geschmierten Kette lässt sich viel Beinkraft auf das Hinterrad des e-Bikes übertragen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass sich die Kette in einem guten Zustand befindet und ihr regelmäßige Pflege zuteil kommt.

 

Im Vergleich dazu ist der Riemenantrieb in der typischen Kombination mit einer Nabenschaltung etwas weniger effizient. Die höheren Reibungsverluste führen zu einer etwas schlechteren Kraftübertragung als beim Kettenantrieb. Im Alltag dürften sich die Unterschiede zwischen Riemen- und Kettenantrieb hinsichtlich der Effizienz jedoch kaum bemerkbar machen.

Cannondale e-Bike mit Kettenantrieb

Wie funktioniert der Riemenantrieb?

Der Zahnriemen ist eine noch relativ junge Antriebsart für e-Bikes und normale Fahrräder. Zwar gibt es bereits seit rund 40 Jahren ein Patent auf den Riemenantrieb für Fahrräder. Wirklich auf dem Markt durchsetzen konnte sich der Riemenantrieb jedoch erst vor drei bis vier Jahren. Seither ist es der neuen Antriebsart jedoch gelungen, rasch an Beliebtheit zu gewinnen.

 

Bei dieser Art des Antriebs bewegt sich ein Zahnriemen über zwei Riemenscheiben. Natürlich ist der Zahnriemen dabei einer relativ großen Belastung ausgesetzt. Aus diesem Grund kommen bei der Fertigung der Riemen extrem reißfeste Materialien zum Einsatz. Üblicherweise besteht der Zahnriemen aus einer Gummi-Mischung mit Polyurethan-Oberfläche. Zur Verstärkung werden außerdem Carbonfasern in den Riemen eingearbeitet. Diese spezielle Zusammensetzung sorgt für große Stabilität bei gleichzeitig geringem Gewicht.

Die Vorteile des Riemenantriebs

Durch welche Vorteile zeichnet sich der Riemenantrieb aus? Als eine der größten Stärken des Riemenantriebs ist sicherlich die Haltbarkeit zu nennen. Ein Zahnriemen ist wesentlich weniger anfällig für Verschleiß als eine Kette. Die hohe Haltbarkeit verdankt der Zahnriemen vor allem seinem Carbonanteil.

 

Häufig leiert eine Fahrradkette im Laufe der Zeit aus. Durch die ständige Bewegung der Kette schleifen sich die Bolzen, die die einzelnen Kettenglieder miteinander verbinden, immer kleiner. Auf Dauer kommt es so zu mehr Spiel in den Kettengelenken und zu einer Längung der Kette. Welche Auswirkungen das in der Fahrpraxis hat? Eine ausgeleierte Kette kann nicht mehr sauber über die Ritzel laufen. Dadurch wird die Kraftübertragung reduziert und die Schaltvorgänge funktionieren nicht mehr richtig.

 

Dieses Problem kann bei einem Riemenantrieb nicht auftreten. Ein mit Carbon verstärkter Zahnriemen bleibt bis an das Ende seiner Lebensdauer gleich lang. Es kann nur vorkommen, dass der Zahnriemen nach einer gewissen Zeit nachgespannt werden muss.

Riemenantrieb an einem e-Bike von Riese & Müller

Der Riemenantrieb arbeitet sehr leise

Auch hinsichtlich der Geräuschentwicklung während der Fahrt besitzt der Riemenantrieb Vorteile gegenüber der klassischen Kette. Mit einem Riemenantrieb ausgestattete e-Bike sind sehr geräuscharm unterwegs. Sollte der Zahnriemen doch Geräusche verursachen, so ist er meist nicht sorgfältig montiert worden.

Der Riemenantrieb hält länger

Ein Zahnriemen hält in aller Regel deutlich länger als eine herkömmliche Kette. Zwar fällt es schwer, eine pauschale Angabe zur Laufleistung für Riemen- und Kettenantrieb zu machen. Zu stark ist diese von Faktoren wie Verschmutzung oder Pflege abhängig. Dennoch gilt als Faustregel, dass ein Riemenantrieb etwa dreimal länger als ein Kettenantrieb hält.

Der Riemenantrieb ist sauber und wartungsarm

Damit eine Fahrradkette zuverlässig ihren Dienst leistet, ist regelmäßige Pflege notwendig. Die Kette sollte von Zeit zu Zeit von Dreck befreit und neu geölt werden. Gerade im Herbst und im Winter kann das schlechte Wetter einer Fahrradkette zusetzen. Im Idealfall sollte sie in dieser Zeit nach jeder Fahrt mit dem e-Bike kurz gepflegt werden.

 

Selbstverständlich kann sich auch an einem Zahnriemen Schmutz festsetzen. Um ihn zu reinigen, reicht es allerdings vollkommen aus, den Zahnriemen kurz mit Wasser abzuspritzen. Der Riemen benötigt kein Schmiermittel, um gut zu funktionieren. Somit ist der Riemenantrieb auch sehr sauber. Wer ein e-Bike mit einem Riemenantrieb besitzt, braucht sich keine Sorgen über unschöne Flecken an den Hosenbeinen zu machen. Ohne Zweifel ein großer Vorteil des Riemenantriebs im Alltag!

 

Gibt es neben den Vorteilen denn auch Nachteile, die der Riemenantrieb mit sich bringt? Sollte es zu einem Defekt kommen, so ist der Reparaturaufwand größer und die damit verbundenen Kosten höher als bei einer Kette. Grund dafür: Der Zahnriemen ist im Gegensatz zu einer Fahrradkette nicht teilbar. Zur Reparatur muss daher der Rahmen geöffnet werden. Ein Mehraufwand, der sich natürlich in der Rechnung widerspiegelt.

Die Vor- und Nachteile von Kettenantrieb sowie Riemenantrieb im Überblick

Vorteile des Riemenantriebs

  • sehr langlebig
  • geringer Verschleiß
  • wenig Aufwand für Wartung und Pflege
  • nahezu geräuschlos

Nachteile des Riemenantriebs

 

  • höhere Anschaffungskosten
  • spezieller Rahmen notwendig
  • nicht mit allen Schaltungsarten kombinierbar
  • größerer Aufwand bei Reparaturen

Vorteile des Kettenantriebs

  • mit allen Schaltungen kombinierbar
  • Kette lässt sich leicht öffnen
  • geringere Anschaffungskosten

 


Nachteile des Kettenantriebs

 

  • regelmäßige Pflege und Wartung nötig
  • höherer Verschleiß als Riemenantrieb


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